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Kranken­gymnastik am Gerät auf Rezept: Voraussetzungen, Menge, Zuzahlung

Kurz gesagt

Krankengymnastik am Gerät (KGG) ist ein Heilmittel der gesetzlichen Krankenkassen und wird auf Rezept verordnet. Bei Wirbelsäulenerkrankungen sind bis zu 6 Einheiten je Verordnung und in der Regel bis zu 18 Einheiten insgesamt vorgesehen. Erwachsene zahlen 10 € je Verordnung und 10 % der Kosten je Behandlung zu.

  • Verfasst von Blacklyne im Auftrag von SaanoMed
  • Aktualisiert am
  • 4 Minuten Lesezeit
Inhalt · 7 Abschnitte
  1. Bekommt man Krankengymnastik am Gerät auf Rezept?
  2. Wofür wird KGG verordnet?
  3. Welche Voraussetzungen gelten für Krankengymnastik am Gerät?
  4. Wie viele Einheiten KGG gibt es pro Rezept?
  5. Was kostet Krankengymnastik am Gerät mit Rezept?
  6. Wie lange ist das Rezept für KGG gültig?
  7. So ist es bei SaanoMed in Passau
Ein Physiotherapeut von SaanoMed begleitet eine Patientin am Seilzug

Krankengymnastik am Gerät, kurz KGG, ist Physiotherapie an Trainingsgeräten. Sie trainieren an Seilzügen oder Geräten wie der Beinpresse, eine Physiotherapeutin oder ein Physiotherapeut plant das Training und ist dabei. Was auf Rezept möglich ist und was Sie zuzahlen, regeln die Heilmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses und das Fünfte Sozialgesetzbuch.

Bekommt man Kranken­gymnastik am Gerät auf Rezept?

Ja, Krankengymnastik am Gerät ist ein Heilmittel der gesetzlichen Krankenkassen und wird ärztlich verordnet. Sie steht im Heilmittelkatalog, dem zweiten Teil der Heilmittel-Richtlinie. Verordnen dürfen Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, also auch Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt.

Auf der Verordnung steht dann KG-Gerät als Heilmittel. Dazu kommen die Diagnose, die Zahl der Einheiten und die Frequenz, also wie oft pro Woche Sie kommen sollen. An diese Frequenz ist die Praxis gebunden, außer Arzt und Therapeut vereinbaren vorher etwas anderes.

Wofür wird KGG verordnet?

KGG wird vor allem bei Erkrankungen der Wirbelsäule und der Gelenke verordnet. Laut Heilmittel-Richtlinie dient sie der Behandlung geschädigter Bewegungssegmente der Wirbelsäule und gestörter Muskelfunktion, also Kraft, Ausdauer, Koordination und Spannung der Muskeln.

Ausdrücklich genannt sind chronische Erkrankungen der Wirbelsäule und die Zeit nach Verletzungen oder Operationen. Im Heilmittelkatalog steht KGG zum Beispiel in der Diagnosegruppe WS für Wirbelsäulenerkrankungen. Dazu zählen unter anderem Bandscheibenvorfälle, degenerative Veränderungen und behandlungsbedürftige Haltungsstörungen. In der Gruppe EX für Extremitäten und Becken steht sie etwa nach Verletzungen, Operationen und bei Arthrose. Wie das bei einer Arthrose im Knie aussieht, steht im Ratgeber Kniearthrose: was Physiotherapie bringt.

Welche Voraussetzungen gelten für Kranken­gymnastik am Gerät?

Für KGG gelten Voraussetzungen auf beiden Seiten, bei Ihnen und bei der Praxis. Diese Punkte müssen erfüllt sein:

  • Diagnose: Sie passt laut Heilmittelkatalog zu KG-Gerät.
  • Verordnung: Sie ist gültig und nennt KG-Gerät als Heilmittel.
  • Geräte: Die Praxis hat Sequenztrainingsgeräte für Arme, Beine und Rumpf sowie Hebel- und Seilzugapparate.
  • Qualifikation: Die Therapeutin oder der Therapeut hat eine abgeschlossene Zusatzqualifikation, die über die Ausbildung hinausgeht.
  • Betreuung: Eine Fachkraft betreut höchstens drei Patientinnen und Patienten gleichzeitig und übernimmt Anleitung, Aufsicht und Kontrolle selbst.

KGG ist deshalb eine parallele Einzelbehandlung.

Wie viele Einheiten KGG gibt es pro Rezept?

Bei Wirbelsäulenerkrankungen gibt es bis zu 6 Einheiten KGG je Verordnung. Das gilt nach dem Heilmittelkatalog auch für Erkrankungen der Gelenke und des Beckens.

Insgesamt nennt der Katalog für Erwachsene eine orientierende Behandlungsmenge von bis zu 18 Einheiten. Das ist die Menge, mit der das Therapieziel in der Regel erreicht werden kann. Reicht sie nicht, darf die Ärztin oder der Arzt weitere Verordnungen ausstellen und begründet das in der eigenen Dokumentation. Eine Genehmigung der Krankenkasse brauchen Sie dafür nicht.

Bis zu 6 Einheiten KGG je Verordnung, in der Regel bis zu 18 insgesamt. Reicht das nicht, darf die Ärztin oder der Arzt weiter verordnen, ohne Genehmigung der Krankenkasse.

Empfohlen sind ein bis drei Termine pro Woche. Die Menge richtet sich nach Ihrem Befund. Nicht jede Verordnung muss die Höchstmenge ausschöpfen. Bei Menschen mit langfristigem Heilmittelbedarf darf eine Verordnung bis zu 12 Wochen abdecken.

Ein Verordnungsfall endet, wenn sechs Monate lang keine neue Verordnung zur selben Diagnose ausgestellt wurde. Danach beginnt die Zählung neu.

Was kostet Kranken­gymnastik am Gerät mit Rezept?

Mit Rezept zahlen Erwachsene 10 € je Verordnung und 10 % der Kosten jeder Behandlung. So steht es in § 61 und § 32 des Fünften Sozialgesetzbuchs. Den Rest rechnet die Praxis mit Ihrer Krankenkasse ab.

Eine Einheit Krankengymnastik am Gerät kostet seit dem 1. Januar 2026 bei allen gesetzlichen Kassen 55,81 €, die Regelbehandlungszeit beträgt 60 Minuten. Ihre Zuzahlung liegt damit bei 5,58 € je Einheit. Für ein Rezept über 6 Einheiten sind das 6 x 5,58 € plus 10 €, zusammen 43,48 €. Wie Sie die Zuzahlung für andere Behandlungen rechnen, steht im Ratgeber Zuzahlung bei Physiotherapie.

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zahlen nichts zu. Für alle gilt eine Belastungsgrenze. Sie liegt bei 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt, bei schwerwiegend chronisch Kranken in Dauerbehandlung in der Regel bei 1 %. Wer die Grenze erreicht, bekommt von der Krankenkasse eine Befreiung für den Rest des Jahres.

Private Krankenversicherungen erstatten nach Ihrem Tarif. Fragen Sie dort vorab nach, wenn Sie ein Privatrezept haben. Was gilt, wenn Sie ganz ohne Rezept trainieren möchten, steht im Ratgeber Physiotherapie ohne Rezept.

Wie lange ist das Rezept für KGG gültig?

Für KGG gelten dieselben Fristen wie für andere Physiotherapie auf Kassenrezept. Die Behandlung muss innerhalb von 28 Kalendertagen nach Ausstellung beginnen, bei dringlichem Behandlungsbedarf innerhalb von 14 Tagen. Mehr dazu im Ratgeber Wie lange ist ein Rezept für Physiotherapie gültig?

So ist es bei SaanoMed in Passau

Bei SaanoMed am Schießstattweg in Passau gibt es Krankengymnastik am Gerät in unseren neuen, hellen Räumen. Sie trainieren unter Aufsicht an Funktionsstemme und Beinpresse, am Seilzug, am Ergometer, mit Kurzhanteln und Therabändern.

Wir führen unsere Praxis nach dem Bestellsystem. Rufen Sie uns an, sobald Sie das Rezept haben, dann finden wir einen Termin innerhalb der Frist. Bringen Sie zum ersten Termin die Verordnung mit.

Neben KGG bieten wir POWERSPINE an, ein Gerätetraining für die tiefe Rückenmuskulatur. Es steht nicht im Heilmittelkatalog und ist für gesetzlich Versicherte eine Selbstzahlerleistung. Beides lässt sich nacheinander machen, das besprechen wir mit Ihnen. Was andere Anbieter für POWERSPINE verlangen, steht im Ratgeber POWERSPINE Kosten.

Alles zum Ablauf bei uns steht auf der Seite Krankengymnastik am Gerät in Passau.

Häufige Fragen dazu

Wie oft wird Krankengymnastik am Gerät verordnet?

Bei Wirbelsäulenerkrankungen und Erkrankungen der Gelenke nennt der Heilmittelkatalog bis zu 6 Einheiten je Verordnung und eine orientierende Menge von bis zu 18 Einheiten. Empfohlen sind ein bis drei Termine pro Woche.

Wie hoch ist die Zuzahlung für Krankengymnastik am Gerät?

Versicherte ab 18 Jahren zahlen 10 € je Verordnung und 10 % der Kosten jeder Behandlung. Kinder und Jugendliche unter 18 zahlen nichts zu.

Kann der Hausarzt Krankengymnastik am Gerät verschreiben?

Ja. Die Heilmittel-Richtlinie regelt die Verordnung durch Vertragsärztinnen und Vertragsärzte, dazu gehören Hausärzte genauso wie Orthopäden.

Welche Voraussetzungen braucht eine Praxis für KGG?

KGG gehört zu den Maßnahmen, für die Therapeutinnen und Therapeuten eine abgeschlossene Zusatzqualifikation brauchen. Die Praxis braucht außerdem Sequenztrainingsgeräte oder Hebel- und Seilzuggeräte.

Quellen, Stand 13. Oktober 2026

  1. Gemeinsamer Bundesausschuss: Heilmittel-Richtlinie, zuletzt geändert 15.05.2025, in Kraft seit 05.08.2025 (PDF)g-ba.de
  2. Gemeinsamer Bundesausschuss: Heilmittel-Richtlinie, Übersichtg-ba.de
  3. § 32 SGB V, Heilmittelgesetze-im-internet.de
  4. § 61 SGB V, Zuzahlungengesetze-im-internet.de
  5. § 62 SGB V, Belastungsgrenzegesetze-im-internet.de
  6. Anlage 2 Vergütungsvereinbarung zum Vertrag nach § 125 Abs. 1 SGB V für Physiotherapie, Lesefassung gültig ab 01.01.2026 (Preise und Zuzahlung je Leistung)aok.de

Zur Einordnung: Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Was in Ihrem Fall passt, klären wir im Gespräch.

Verfasst von Blacklyne im Auftrag von SaanoMed. Herausgeber: Ergo-/Physiotherapie Saanomed GbR, Passau. Veröffentlicht am 12. Oktober 2026, zuletzt aktualisiert am 13. Oktober 2026.

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