- Verfasst von Blacklyne im Auftrag von SaanoMed
- Veröffentlicht am
- 5 Minuten Lesezeit
Inhalt · 7 Abschnitte
- Woher kommen Schmerzen im unteren Rücken?
- Wann muss ich mit Rückenschmerzen sofort zum Arzt?
- Was kann ich selbst gegen Schmerzen im unteren Rücken tun?
- Wann hilft Physiotherapie bei Schmerzen im unteren Rücken?
- Was steht auf dem Rezept?
- Was ist, wenn die Schmerzen chronisch werden?
- So ist es bei SaanoMed in Passau
Schmerzen im unteren Rücken kennt fast jeder. Laut IQWiG haben die meisten Menschen im Lauf ihres Lebens damit zu tun. Für viele ist es ein paar Tage lästig und dann vorbei. Bei anderen kommen die Schmerzen immer wieder oder gehen gar nicht mehr richtig weg. Spätestens dann fragen sich viele, ob Physiotherapie etwas bringt.
Woher kommen Schmerzen im unteren Rücken?
Bei über 85 Prozent der Menschen mit Rückenschmerzen lässt sich keine eindeutige Ursache finden. Ärzte sprechen dann von unspezifischen Kreuzschmerzen. Im Rücken liegen Muskeln, Faszien, Bänder und Wirbelgelenke dicht beieinander, oft spielen mehrere davon zusammen.
Als mögliche Auslöser nennt das IQWiG unter anderem:
- Bewegungsmangel und langes, unbewegliches Sitzen
- einseitige oder ungewohnte schwere körperliche Arbeit
- eine schwache Rumpfmuskulatur und Verspannungen
- psychische Belastungen wie Stress bei der Arbeit oder Sorgen
Seltener steckt eine klare Ursache dahinter, etwa ein Bandscheibenvorfall. Dann strahlen die Schmerzen oft ins Bein aus, und es kommen Taubheit oder Kribbeln dazu. Mehr dazu im Ratgeber Ischias: Übungen und Physiotherapie.
Ein MRT bringt ohne Warnzeichen meist wenig. Es zeigt laut IQWiG bei vielen Menschen ohne Rückenschmerzen Auffälligkeiten an Knochen oder Bandscheiben. Etwa 20 Prozent der 20- bis 40-Jährigen und mehr als 80 Prozent der über 70-Jährigen haben eine vorgewölbte Bandscheibe, ohne dass der Rücken wehtut.
Wann muss ich mit Rückenschmerzen sofort zum Arzt?
Rückenschmerzen haben nur sehr selten eine ernsthafte Ursache. Gehen Sie aber sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme bei diesen Zeichen:
- Lähmungen oder zunehmende Schwäche in den Beinen
- Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang
- Taubheit im Gesäß, im Genitalbereich oder am After
Bald ärztlich abklären lassen sollten Sie Rückenschmerzen mit Fieber, Schüttelfrost oder Nachtschweiß, mit ungewolltem Gewichtsverlust, nach einer früheren Krebserkrankung und nach einem Sturz oder Unfall. Das gilt auch, wenn der Schmerz bis unter das Knie oder in den Fuß ausstrahlt und dazu Kribbeln oder Taubheit auftreten.
Lähmungen in den Beinen, Probleme mit Blase oder Darm und Taubheit im Gesäß- oder Genitalbereich sind ein Notfall. Dann gehen Sie sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme.
Was kann ich selbst gegen Schmerzen im unteren Rücken tun?
Das Wichtigste ist laut IQWiG, in Bewegung zu bleiben. Bei akuten Schmerzen verzichten Sie für ein paar Tage auf schweres Heben, gehen aber so normal wie möglich Ihrem Alltag nach. Längeres Liegen ist ungünstig. Viele empfinden Wärme als angenehm. Was in den ersten Tagen eines plötzlichen Rückenschmerzes hilft, lesen Sie im Ratgeber Hexenschuss: Was tun, und wann muss ich zum Arzt?
Halten die Schmerzen an oder kommen sie immer wieder, wird regelmäßiges Training wichtig. Bewegung ist laut IQWiG bei chronischen Kreuzschmerzen die wirksamste Behandlung, das zeigen über 200 Studien. Als nützlich haben sich unter anderem erwiesen:
- Übungen zur Stabilisierung der Bauch-, Rücken- und Beckenmuskulatur
- Kraft- und Haltungstraining für den ganzen Körper
- Pilates und Yoga
- regelmäßiges Spazierengehen oder flottes Gehen
Am besten wählen Sie eine Form, die zu Ihnen passt und die Sie über Monate durchhalten. Bis ein Training wirkt, kann es einige Wochen dauern.
Wann hilft Physiotherapie bei Schmerzen im unteren Rücken?
Physiotherapie wird sinnvoll, wenn die Schmerzen nicht nach ein paar Wochen nachlassen, immer wiederkommen oder Sie unsicher sind, wie viel Sie sich zutrauen können. In den ersten Wochen eines akuten Schmerzes lassen die Beschwerden mit gezielten Übungen laut IQWiG nicht schneller nach als ohne. Sind die akuten Schmerzen abgeklungen, ist ein guter Zeitpunkt, um mit gezieltem Training zu beginnen.
Bei chronischen Kreuzschmerzen ist die Studienlage eine andere. Die Nationale Versorgungsleitlinie empfiehlt in ihrer zuletzt gültigen Fassung von 2017 Bewegungstherapie, verbunden mit Schulung im Umgang mit dem Schmerz. In den Studien, die das IQWiG zusammenfasst, gingen die Schmerzen mit Bewegungsprogrammen im Schnitt um 15 Punkte auf einer Skala von 0 bis 100 zurück. Ohne Bewegungstherapie gingen sie kaum zurück. Ganz verschwinden die Schmerzen dadurch nicht immer.
Passive Behandlungen wie Massage, Elektrotherapie oder Manipulation der Wirbelsäule helfen laut IQWiG bei chronischen Rückenschmerzen allenfalls kurzfristig. Fachleute empfehlen sie höchstens als Ergänzung zu aktiver Bewegung.
Was steht auf dem Rezept?
Physiotherapie bei Rückenschmerzen verordnet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Im Heilmittelkatalog gehören die Beschwerden zur Diagnosegruppe WS für Wirbelsäulenerkrankungen.
| Punkt | Heilmittelkatalog, Diagnosegruppe WS |
|---|---|
| Einheiten je Verordnung | bis zu 6 |
| Orientierende Behandlungsmenge | bis zu 18 Einheiten |
| Empfohlene Frequenz | 1 bis 3 Behandlungen pro Woche |
| Vorrangige Heilmittel, unter anderem | Krankengymnastik, Krankengymnastik am Gerät, Manuelle Therapie |
| Ergänzende Heilmittel, unter anderem | Wärme- und Kältetherapie, Elektrotherapie |
Quelle: Heilmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses mit Heilmittelkatalog, in Kraft seit 5. August 2025.
Welche Behandlung es wird, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach Ihrem Befund. Für den unteren Rücken kommen vor allem diese drei in Frage.
- Krankengymnastik: Sie üben mit Ihrer Therapeutin oder Ihrem Therapeuten für Rumpf und Rücken und bekommen ein Programm für zu Hause.
- Krankengymnastik am Gerät: betreutes Krafttraining an Seilzug und Trainingsgeräten. Laut Heilmittel-Richtlinie ist sie vor allem für chronische Erkrankungen der Wirbelsäule gedacht.
- Manuelle Therapie: gezielte Handgriffe, wenn einzelne Gelenke der Wirbelsäule eingeschränkt sind. Sie ergänzt das Training.
Was ist, wenn die Schmerzen chronisch werden?
Von chronischen Kreuzschmerzen spricht man, wenn sie länger als zwölf Wochen anhalten oder immer wiederkehren. Dann geht es vor allem darum, Kraft aufzubauen und aktiv zu bleiben, auch wenn der Rücken sich meldet. Was bei SaanoMed dafür in Frage kommt, steht auf der Seite Chronische Rückenschmerzen.
Viele Menschen mit Rückenschmerzen fragen nach der tiefen Rückenmuskulatur, den kleinen Muskeln direkt an der Wirbelsäule. Wie man sie trainieren kann, mit Übungen und an Geräten, lesen Sie im Ratgeber Wie kann man die tiefe Rückenmuskulatur stärken?
So ist es bei SaanoMed in Passau
Bei SaanoMed am Schießstattweg in Passau gibt es Krankengymnastik, Krankengymnastik am Gerät, Manuelle Therapie und Wärme- und Kältetherapie auf ärztliche Verordnung.
Für die tiefe Rückenmuskulatur der Lendenwirbelsäule haben wir das POWERSPINE back. Das POWERSPINE-Concept gibt es bei uns erstmals und einmalig in Stadt und Landkreis Passau, sowie in Niederbayern (laut Standortliste des Herstellers, Stand Oktober 2026). Bei chronischen Schmerzen im unteren Rücken kann das Training ein Baustein sein, wenn die Beschwerden ärztlich abgeklärt sind. Es ersetzt die Krankengymnastik nicht, und eine Wirkung versprechen wir nicht. Für gesetzlich Versicherte ist es eine Selbstzahlerleistung. Wie das Training abläuft, steht auf der Seite POWERSPINE-Concept.
Termine vereinbaren Sie nach dem Bestellsystem am Telefon. Nummer und Sprechzeiten finden Sie auf der Seite Kontakt. Wie Sie aus Passau und dem Umland zu uns kommen, steht auf der Seite Physiotherapie in Passau.
Häufige Fragen dazu
Welcher Arzt ist bei Schmerzen im unteren Rücken zuständig?
Erste Anlaufstelle ist meist die Hausarztpraxis. Sie klärt, ob Warnzeichen vorliegen, und überweist bei Bedarf zur Orthopädie.
Brauche ich bei Schmerzen im unteren Rücken ein MRT?
Meist nicht. Ohne Warnzeichen raten Fachgesellschaften davon ab, den Rücken routinemäßig zu durchleuchten. Ein MRT zeigt oft Veränderungen, die auch Menschen ohne Schmerzen haben, und kann dadurch verunsichern.
Wie viele Termine Physiotherapie bekomme ich bei Rückenschmerzen?
Das legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Im Heilmittelkatalog sind bei Wirbelsäulenerkrankungen bis zu 6 Behandlungen je Rezept vorgesehen, in der Regel bis zu 18 insgesamt. Reicht das nicht, können weitere Verordnungen folgen.
Sind Massagen bei Schmerzen im unteren Rücken sinnvoll?
Als Ergänzung. Laut IQWiG helfen passive Behandlungen wie Massagen bei chronischen Kreuzschmerzen allenfalls kurzfristig. Fachleute empfehlen sie nur zusätzlich zu aktiver Bewegung.
Quellen, Stand 13. Oktober 2026
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Rücken- und Kreuzschmerzengesundheitsinformation.de
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Warum Bewegung bei Rückenschmerzen wichtig istgesundheitsinformation.de
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Rückenschmerzen - wann zur Ärztin oder zum Arzt?gesundheitsinformation.de
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Passive Behandlungen bei chronischen Rückenschmerzengesundheitsinformation.de
- Gemeinsamer Bundesausschuss: Heilmittel-Richtlinie mit Heilmittelkatalog, in Kraft seit 05.08.2025 (PDF), Diagnosegruppe WSg-ba.de
- Nationale Versorgungsleitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz, 2. Auflage 2017 (Archiv, zuletzt gültige Fassung)leitlinien.de