- Verfasst von Blacklyne im Auftrag von SaanoMed
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- 6 Minuten Lesezeit
Inhalt · 9 Abschnitte
- Wann muss eine Schwellung sofort ärztlich abgeklärt werden?
- Wie oft pro Woche ist Lymphdrainage auf Rezept vorgesehen?
- Wie viele Termine stehen auf einem Rezept?
- Was gilt bei einem Lymphödem ab Stadium II?
- Wie oft Lymphdrainage bei einem Lipödem?
- Wie lange dauert eine einzelne Behandlung?
- Warum gehört die Kompression dazu?
- Was müssen Sie beim Rezept beachten?
- So ist es bei SaanoMed in Passau
Wer zum ersten Mal ein Rezept für Lymphdrainage bekommt, will meist wissen, wie oft er kommen muss und wie lange das dauert. Die Antwort hängt davon ab, warum Sie geschwollen sind. Bei einem Lymphödem im fortgeschrittenen Stadium kann die Behandlung über Monate laufen. Den Rahmen legt die Heilmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses fest.
Wann muss eine Schwellung sofort ärztlich abgeklärt werden?
Schwillt ein Bein plötzlich nur auf einer Seite an und tut weh, gehen Sie noch am selben Tag zum Arzt. Das gilt besonders, wenn es sich warm anfühlt. Das können Zeichen einer tiefen Venenthrombose sein. Lymphdrainage ist dann kein Thema, bis die Ursache geklärt ist.
Kommen plötzliche Atemnot, Brustschmerzen beim Einatmen, Herzrasen oder Schwindel dazu, wählen Sie den Notruf 112. Das kann auf eine Lungenembolie hinweisen.
Auch bei einem bekannten Lymphödem gibt es Warnzeichen. Wird die Haut über der Schwellung rot und heiß oder bekommen Sie Fieber, gehen Sie zum Arzt. Ein Ödem erhöht das Risiko für Infektionen.
Eine einseitige, schmerzhafte und warme Schwellung am Bein gehört noch am selben Tag zum Arzt. Kommen Atemnot oder Brustschmerz dazu, wählen Sie den Notruf 112.
Wie oft pro Woche ist Lymphdrainage auf Rezept vorgesehen?
Der Heilmittelkatalog empfiehlt bei Lymphabflussstörungen ein bis drei Behandlungen pro Woche. Welche Frequenz es bei Ihnen wird, steht auf dem Rezept. Daran ist die Praxis gebunden. Abweichen darf sie nur, wenn Arzt und Therapeut das vorher absprechen. Die Ärztin oder der Arzt wiederum darf von der Empfehlung des Katalogs abweichen, wenn es medizinisch begründet ist.
Wie viele Termine stehen auf einem Rezept?
Bei Lymphabflussstörungen, im Katalog die Diagnosegruppe LY, sind bis zu 6 Einheiten je Rezept möglich. Als orientierende Menge nennt der Katalog bis zu 30 Einheiten. Mit dieser Menge wird das Therapieziel in der Regel erreicht.
Reicht das nicht, darf Ihre Ärztin oder Ihr Arzt weitere Rezepte ausstellen. Die Gründe kommen in die ärztliche Dokumentation. Eine Genehmigung der Krankenkasse brauchen Sie dafür nicht, das regelt § 32 des Fünften Sozialgesetzbuchs.
| Punkt | Heilmittelkatalog, Diagnosegruppe LY |
|---|---|
| Einheiten je Rezept | bis zu 6 |
| Orientierende Behandlungsmenge | bis zu 30 Einheiten |
| Empfohlene Frequenz | 1 bis 3 Behandlungen pro Woche |
| Behandlungszeit | 30, 45 oder 60 Minuten (MLD-30, MLD-45, MLD-60) |
| Zusätzlich möglich | Kompressionsbandagierung direkt im Anschluss |
| Bei Lymphödem Stadium II und III | ein Rezept für bis zu 12 Wochen |
Quelle: Heilmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses mit Heilmittelkatalog, in Kraft seit 5. August 2025.
Was gilt bei einem Lymphödem ab Stadium II?
Ein Lymphödem im Stadium II oder III steht in der Anlage 2 der Heilmittel-Richtlinie. Dort sind Diagnosen gelistet, bei denen ein langfristiger Heilmittelbedarf angenommen wird. Dazu gehören auch das Lymphödem nach einer Brustoperation mit Entfernung von Lymphknoten und das angeborene Lymphödem. Lymphödeme nach einer Krebsoperation oder Bestrahlung zählen ebenfalls dazu.
Für Sie heißt das zweierlei. Ein Antrag bei der Krankenkasse ist nicht nötig. Und ein Rezept darf so viele Termine enthalten, wie in bis zu 12 Wochen bei der verordneten Frequenz anfallen. Die Grenze von 6 Einheiten je Rezept gilt dann nicht. Schaffen Sie in den 12 Wochen nicht alle Termine, bleibt das Rezept trotzdem gültig. Länger als 14 Tage am Stück ohne Grund pausieren dürfen Sie aber auch hier nicht.
Im Stadium I ist die Schwellung weich und geht beim Hochlegen zurück. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung braucht es in diesem Stadium in der Regel keine Dauerbehandlung. Eine Lymphdrainage kann aber zeitweise sinnvoll sein.
Wie oft Lymphdrainage bei einem Lipödem?
Das Lipödem steht im Heilmittelkatalog in derselben Gruppe wie das Lymphödem, in allen drei Stadien. Es gelten also auch dieselben Mengen, bis zu 6 Einheiten je Rezept und ein bis drei Termine pro Woche.
Für das Lipödem gibt es zusätzlich einen sogenannten besonderen Verordnungsbedarf. Er ist bis Ende 2027 befristet und gilt nur, wenn die Lymphdrainage Teil der komplexen physikalischen Entstauungstherapie ist. Dazu gehören neben der Lymphdrainage auch Kompression, Bewegungsübungen und Hautpflege. Mit diesem Status darf ein Rezept ebenfalls bis zu 12 Wochen abdecken. Ob das bei Ihnen greift, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Wie lange dauert eine einzelne Behandlung?
Je nach Stadium und Zahl der behandelten Körperteile dauert eine Behandlung 30, 45 oder 60 Minuten. Als Körperteil zählen zum Beispiel ein Arm, ein Bein, der Rumpf oder Kopf und Hals. Für ein Bein im Stadium I sind 30 Minuten vorgesehen. Für beide Beine im Stadium II sind es 60 Minuten.
Normalerweise schreibt die Ärztin oder der Arzt die Minuten auf das Rezept. Seit Oktober 2024 geht es auch anders. Dann steht nur „MLD“ ohne Zeit auf dem Rezept, dazu das Stadium als Diagnoseschlüssel. Die Therapeutin oder der Therapeut legt die Dauer in diesem Fall nach dem Befund fest.
Nach Dauer richtet sich auch der Preis. Bei den gesetzlichen Kassen kostet eine Behandlung seit dem 1. Januar 2026 35,97 € für 30 Minuten, 53,94 € für 45 Minuten und 71,94 € für 60 Minuten. Ihre Zuzahlung je Behandlung liegt bei 3,60 €, 5,39 € oder 7,19 €.
Warum gehört die Kompression dazu?
Die Lymphdrainage schiebt Flüssigkeit aus dem Gewebe. Ohne Kompression kann sie bis zum nächsten Termin wieder zurücklaufen. Die Heilmittel-Richtlinie bezeichnet die Kompressionstherapie ausdrücklich als entscheidend.
In der Entstauungsphase wird direkt nach der Lymphdrainage ein Kompressionsverband angelegt, wenn er verordnet ist. Später kann ein maßgefertigter Kompressionsstrumpf diese Aufgabe übernehmen. Die Binden für den Verband verordnet die Ärztin oder der Arzt gesondert. Der Strumpf ist ein Hilfsmittel und wird ebenfalls eigens verordnet.
Was Sie selbst tun können, besprechen wir in der Behandlung. Bewegung hält die Lymphe in Fluss. Hautpflege gehört bei einem Lymphödem ebenfalls zur Behandlung.
Was müssen Sie beim Rezept beachten?
Die Behandlung muss innerhalb von 28 Kalendertagen nach Ausstellung des Rezepts beginnen, bei dringlichem Behandlungsbedarf innerhalb von 14. Danach darf sie nicht länger als 14 Kalendertage ohne Grund unterbrochen werden. Die Einzelheiten stehen in unserem Ratgeber zur Gültigkeit des Rezepts.
Gesetzlich Versicherte ab 18 zahlen 10 Euro je Rezept und 10 Prozent der Kosten jeder Behandlung, sofern sie nicht befreit sind. Wie Sie das ausrechnen, steht im Ratgeber zur Zuzahlung bei Physiotherapie.
So ist es bei SaanoMed in Passau
Manuelle Lymphdrainage gehört bei SaanoMed am Schießstattweg zu den Leistungen auf Rezept. Wie oft und wie lange wir behandeln, richtet sich nach Ihrer Verordnung. Weil Bewegung den Abfluss unterstützt, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Lymphdrainage mit Krankengymnastik kombinieren. Beides bekommen Sie bei uns.
Die Praxis ist barrierefrei, Sie parken direkt vor der Tür. Wie Sie aus der Stadt zu uns finden, steht auf der Seite Physiotherapie für Passau.
Termine gibt es nach dem Bestellsystem. Rufen Sie uns an, sobald Sie Ihr Rezept haben, unter 0851 96 69 51 22. Sie erreichen uns Montag bis Donnerstag von 7 bis 12 Uhr und von 13 bis 17 Uhr und Freitag von 7 bis 12 Uhr. Alle Wege zu uns stehen auf der Seite Kontakt.
Häufige Fragen dazu
Wie viele Termine Lymphdrainage stehen auf einem Rezept?
Bei Lymphabflussstörungen bis zu 6 je Rezept, so steht es im Heilmittelkatalog. Bei einem Lymphödem im Stadium II oder III darf ein Rezept dagegen so viele Termine enthalten, wie in 12 Wochen bei der verordneten Frequenz zusammenkommen.
Wer entscheidet, ob die Lymphdrainage 30, 45 oder 60 Minuten dauert?
In der Regel die Ärztin oder der Arzt auf dem Rezept. Steht dort nur „MLD“ ohne Minutenangabe und ist das Stadium des Ödems angegeben, wählt die Therapeutin oder der Therapeut die Dauer nach dem Befund.
Muss die Krankenkasse eine längere Lymphdrainage genehmigen?
Bei einem Lymphödem im Stadium II oder III und bei den anderen Diagnosen der Anlage 2 zur Heilmittel-Richtlinie nicht. Dort gilt der langfristige Bedarf als gegeben, ein Antrag ist nicht nötig. Auch weitere Rezepte über die übliche Menge hinaus brauchen laut § 32 SGB V keine Genehmigung.
Warum bekomme ich nach der Lymphdrainage eine Bandage?
Die Kompression soll verhindern, dass sich im gerade entstauten Gewebe wieder Flüssigkeit sammelt. Ist eine Bandagierung verordnet, wird sie direkt im Anschluss an die Lymphdrainage angelegt. Die Binden verordnet die Ärztin oder der Arzt gesondert.
Quellen, Stand 13. Oktober 2026
- Gemeinsamer Bundesausschuss: Heilmittel-Richtlinie mit Heilmittelkatalog, in Kraft seit 05.08.2025 (PDF), § 7, § 8, § 18 Abs. 2 Nr. 7, Anlage 2, Diagnosegruppe LYg-ba.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Manuelle Lymphdrainage ohne Zeitvorgabe verordnen, 8. Oktober 2024 (PDF)kbv.de
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Diagnoseliste langfristiger Heilmittelbedarf, besonderer Verordnungsbedarf, Blankoverordnung, Stand 1. Januar 2026 (PDF)kbv.de
- Sozialgesetzbuch V, § 32 Heilmittel (Gesetze im Internet)gesetze-im-internet.de
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Brustkrebs, Behandlung von Lymphödemengesundheitsinformation.de
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Tiefe Venenthrombosegesundheitsinformation.de
- Anlage 2 Vergütungsvereinbarung zum Vertrag nach § 125 Abs. 1 SGB V für Physiotherapie, Lesefassung gültig ab 01.01.2026 (Preise und Zuzahlung je Leistung)aok.de