- Verfasst von Blacklyne im Auftrag von SaanoMed
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- 5 Minuten Lesezeit
Inhalt · 8 Abschnitte
- Was ist Manuelle Therapie?
- Wie läuft eine Behandlung ab?
- Wird bei der Manuellen Therapie eingerenkt?
- Was ist der Unterschied zu Massage und Krankengymnastik?
- Wann kommt Manuelle Therapie in Frage?
- Was sagen Studien zur Manuellen Therapie?
- Was kostet Manuelle Therapie mit Rezept?
- So ist es bei SaanoMed in Passau
Auf dem Rezept steht „MT“ oder „Manuelle Therapie“, und viele Patientinnen und Patienten wissen nicht genau, was sie erwartet. Manche rechnen mit Einrenken, andere mit einer Massage. Beides trifft es nicht. Auf Kassenrezept bewegt die Therapeutin oder der Therapeut ein eingeschränktes Gelenk langsam und gezielt, ohne Ruck, und arbeitet an den Muskeln drumherum.
Was ist Manuelle Therapie?
Manuelle Therapie ist eine Form der Physiotherapie, bei der die Therapeutin oder der Therapeut vor allem mit den Händen arbeitet. Untersucht und behandelt werden Gelenke, Muskeln und Nerven. Ziel ist, dass sich ein eingeschränktes Gelenk wieder besser bewegen lässt und Schmerzen nachlassen.
Die Heilmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses beschreibt sie so. Manuelle Therapie dient der Wiederherstellung oder Minderung von Schäden der Gelenkfunktion, der Bewegungssegmente der Wirbelsäule und der Muskelfunktion und der Schmerzlinderung. Dafür setzt die Therapeutin oder der Therapeut eine gezielte impulslose Mobilisation oder Weichteiltechniken ein. Sie wird immer als Einzeltherapie verordnet.
Manuelle Therapie dürfen nicht alle Physiotherapeuten auf Kassenrezept abgeben. Sie gehört zu den Heilmitteln, für die eine zusätzliche, abgeschlossene Weiterbildung nötig ist, die über die Berufsausbildung hinausgeht.
Wie läuft eine Behandlung ab?
Eine Behandlung folgt meist diesem Muster:
- Untersuchung: Die Therapeutin oder der Therapeut prüft mit den Händen, wie weit sich ein Gelenk bewegen lässt und wo es eingeschränkt ist. Bei Rücken und Nacken werden einzelne Wirbelsegmente getestet.
- Mobilisation: Das eingeschränkte Gelenk wird langsam und gezielt bewegt, innerhalb seiner Bewegungsgrenzen. Wird etwas unangenehm, sagen Sie es, dann wird der Griff angepasst.
- Weichteiltechniken: Muskeln, Sehnen und Bindegewebe rund um das Gelenk werden gelöst, wenn sie an den Beschwerden beteiligt sind.
- Übungen: Was an Beweglichkeit dazukommt, sichern Sie mit Übungen, einen Teil davon für zu Hause.
Beim nächsten Termin schaut die Therapeutin oder der Therapeut zuerst, was sich verändert hat, und passt die Behandlung an. Was bei SaanoMed in einer Einheit passiert, steht auf der Seite Manuelle Therapie.
Wird bei der Manuellen Therapie eingerenkt?
Auf Kassenrezept nicht. Das IQWiG unterscheidet zwei Verfahren aus der manuellen Medizin. Bei der Mobilisation bewegt die Therapeutin oder der Therapeut ein Gelenk langsam innerhalb seiner Bewegungsgrenzen. Bei der Manipulation kommen kleine, ruckartige Bewegungen dazu, die das Gelenk über seine Grenzen hinaus dehnen. Das meinen viele, wenn sie von „Einrenken“ sprechen.
Die Heilmittel-Richtlinie beschreibt Manuelle Therapie als impulslose Mobilisation. Ruckartige Manipulationen gehören also nicht zur Behandlung auf Kassenrezept. Laut IQWiG werden Schmerzen auch nicht durch ein „ausgerenktes“ Gelenk ausgelöst, selbst wenn der Begriff das nahelegt.
Was ist der Unterschied zu Massage und Krankengymnastik?
Alle drei gehören zur Physiotherapie und setzen an unterschiedlichen Stellen an.
| Manuelle Therapie | Krankengymnastik | Massage | |
|---|---|---|---|
| Wer ist aktiv? | vor allem die Therapeutin oder der Therapeut, ergänzt um Übungen | vor allem Sie selbst | die Therapeutin oder der Therapeut |
| Woran wird gearbeitet? | einzelne Gelenke, Wirbelsegmente, Muskeln und Nerven | Kraft, Beweglichkeit und Koordination | Muskeln und Gewebe |
| Zusatzqualifikation nötig? | ja, abgeschlossene Weiterbildung | nein | nein, außer bei Lymphdrainage |
Quellen: Heilmittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, §§ 17 bis 19, in Kraft seit 5. August 2025; gesundheitsinformation.de (IQWiG).
In der Praxis ergänzen sich Manuelle Therapie und Krankengymnastik oft. Ein Gelenk, das wieder beweglicher ist, muss danach mit Übungen gekräftigt werden. Welche Behandlung auf dem Rezept steht, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach dem Befund.
Wann kommt Manuelle Therapie in Frage?
Im Heilmittelkatalog ist Manuelle Therapie bei Wirbelsäulenerkrankungen und bei Erkrankungen der Arme, Beine und Gelenke als vorrangiges Heilmittel vorgesehen. Typische Anlässe sind ein steifer Nacken, Beschwerden im unteren Rücken, ein Gelenk, das nach einer Operation oder Ruhigstellung eingeschränkt ist, oder Arthrose. Was bei einer Arthrose im Knie hilft, steht im Ratgeber Kniearthrose: was Physiotherapie bringt. Bei Erkrankungen der Schulter kann das Rezept auch eine Blankoverordnung sein, dann legt die Praxis fest, ob Manuelle Therapie dazugehört. Mehr dazu im Ratgeber Blankoverordnung Schulter. Auch am Kiefergelenk wird mit Techniken der Manuellen Therapie gearbeitet, dafür gibt es bei SaanoMed die Kiefergelenkstherapie (CMD).
Je Verordnung sind bei diesen Diagnosegruppen bis zu 6 Behandlungen vorgesehen, als orientierende Menge in der Regel bis zu 18 insgesamt. Die Behandlung muss innerhalb von 28 Tagen nach Ausstellung des Rezepts beginnen. Was dabei sonst noch gilt, lesen Sie im Ratgeber Wie lange ist ein Rezept für Physiotherapie gültig?
Was sagen Studien zur Manuellen Therapie?
Die Studienlage ist dünn. Bei chronischen Rückenschmerzen gibt es laut IQWiG nur begrenzt Studien zu Mobilisation und Manipulation der Wirbelsäule. Mehr Forschung ist nötig, um die Wirksamkeit zu beurteilen. Bei Nackenschmerzen zeigen die Studien nur geringe bis keine Effekte.
Das IQWiG zählt Manuelle Therapie zu den passiven Behandlungen, bei denen man sich behandeln lässt. Fachleute empfehlen solche Behandlungen bei Rückenschmerzen allenfalls als Ergänzung zu aktiver Bewegung. Bei uns gehören deshalb Übungen zur Behandlung dazu.
Manchmal kommt es nach der Behandlung zu Muskelkater, kurzer Steifigkeit oder vorübergehenden Schmerzen. Ernsthafte Komplikationen sind laut IQWiG sehr selten, beschrieben sind sie vor allem bei Gelenkmanipulationen. Wichtig ist, dass die behandelnde Fachkraft in manueller Medizin ausgebildet ist. Wie Manuelle Therapie bei verspanntem Nacken eingesetzt wird, lesen Sie im Ratgeber Nackenschmerzen vom Sitzen.
Was kostet Manuelle Therapie mit Rezept?
Mit einer ärztlichen Verordnung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. Versicherte ab 18 Jahren zahlen nach dem Sozialgesetzbuch eine Zuzahlung. Sie beträgt 10 Prozent der Kosten und 10 Euro je Verordnung, außer Sie sind von der Zuzahlung befreit. Den Rest rechnet die Praxis mit der Krankenkasse ab.
Eine Behandlung Manuelle Therapie kostet seit dem 1. Januar 2026 bei allen gesetzlichen Kassen 35,59 €. Ihr Anteil daran sind 3,56 €. Bei einem Rezept über 6 Behandlungen zahlen Sie also 6 x 3,56 € plus 10 €, zusammen 31,36 €. Wie die Zuzahlung bei anderen Behandlungen aussieht und wann Sie befreit sind, steht im Ratgeber Zuzahlung bei Physiotherapie.
Sind Sie privat versichert, gelten andere Regeln. Die Erstattung klären Sie mit Ihrer Versicherung.
So ist es bei SaanoMed in Passau
Bei SaanoMed am Schießstattweg in Passau gibt es Manuelle Therapie auf ärztliche Verordnung, dazu Krankengymnastik, Krankengymnastik am Gerät und Kiefergelenkstherapie.
Termine gibt es bei uns nach dem Bestellsystem. Rufen Sie an, sobald Sie Ihr Rezept haben. Nummer und Sprechzeiten stehen auf der Seite Kontakt. Bringen Sie zum ersten Termin die Verordnung und vorhandene Befunde mit.
Häufige Fragen dazu
Ist Manuelle Therapie eine Massage?
Nein. Bei der Massage werden vor allem Muskeln und Gewebe mit Druck und Streichungen gelockert. In der Manuellen Therapie bewegt die Therapeutin oder der Therapeut gezielt einzelne Gelenke und Wirbelsegmente und arbeitet zusätzlich an Muskeln und Nerven.
Kann Manuelle Therapie wehtun?
Die Behandlung selbst sollte nicht stark wehtun. Wird ein Griff unangenehm, sagen Sie es, dann passt die Therapeutin oder der Therapeut ihn an. Danach kann es laut IQWiG zu Muskelkater, kurzer Steifigkeit oder vorübergehenden Schmerzen kommen.
Darf jeder Physiotherapeut Manuelle Therapie machen?
Auf Kassenrezept nicht. Manuelle Therapie gehört zu den Heilmitteln, für die eine zusätzliche, abgeschlossene Weiterbildung nötig ist. Ohne diesen Nachweis darf die Praxis sie nicht mit der Krankenkasse abrechnen.
Was ziehe ich zur Manuellen Therapie an?
Bequeme Kleidung, in der die behandelte Stelle gut erreichbar ist. Bei Rücken oder Nacken kann es sein, dass Sie den Oberkörper teilweise frei machen.
Quellen, Stand 13. Oktober 2026
- Gemeinsamer Bundesausschuss: Heilmittel-Richtlinie mit Heilmittelkatalog, in Kraft seit 05.08.2025 (PDF), § 16, § 17, § 19 und Diagnosegruppen WS und EXg-ba.de
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Passive Behandlungen bei chronischen Rückenschmerzengesundheitsinformation.de
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Was tun bei unspezifischen Nackenschmerzen?gesundheitsinformation.de
- gesundheitsinformation.de (IQWiG): Rücken- und Kreuzschmerzengesundheitsinformation.de
- Sozialgesetzbuch V, § 32 Heilmittel (Gesetze im Internet)gesetze-im-internet.de
- Sozialgesetzbuch V, § 61 Zuzahlungen (Gesetze im Internet)gesetze-im-internet.de
- Anlage 2 Vergütungsvereinbarung zum Vertrag nach § 125 Abs. 1 SGB V für Physiotherapie, Lesefassung gültig ab 01.01.2026 (Preise und Zuzahlung je Leistung)aok.de